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Reisebericht von Tanja Frietsch, Sommer 2002

Ein jahrelanger Traum ging in Erfüllung als ich im Sommer 2002 im „hostel for needy children“ in Kagadi, einer Kleinstadt im Westen von Uganda, ankam. Dort wurde ich von 40 jubelnden Kindern mit strahlenden Gesichtern in Empfang genommen und auch sofort mit mehreren Tänzen und Liedern willkommen geheißen. Solch einen überwältigenden Empfang hatte ich bis dahin noch nie erlebt!

Das „hostel for needy children“ ist ein Schülerwohnheim, das Waisenkindern von Kagadi ein Zuhause und die Chance eine Schule zu besuchen bietet, was in Uganda keinesfalls selbstverständlich ist. Nur sechs von zehn Kindern haben hier die Möglichkeit zur Schule zu gehen. Das Wohnheim besteht aus einem Hauptgebäude mit den Schlafsälen für die Mädchen und Jungen und dem Schlafzimmer der Betreuerin des Hostels, einem Speise- und Aufenthaltsraum, zwei Sanitärgebäuden, einem Küchengebäude und Wassertanks. Die Gebäude werden mit Hilfe einer Solaranlage mit Strom versorgt. Weiterhin gehören auch drei kleinere Ställe (für Kühe, Schweine und Hühner) und selbst bestellte Felder zum Wohnheim, die dieses mit den notwendigen Grundnahrungsmitteln versorgen sollen.

Das Projekt wurde 1997 von Bernhard Kalt, einem ehemaligen Lehrer des Gymnasiums Bammental, nach seiner Pensionierung ins Leben gerufen und ihm habe ich die wunderschöne Zeit, die ich dort mit den Kindern verbracht habe, zu verdanken.

Während meines vierwöchigen Aufenthalts habe ich versucht so viel Zeit wie möglich mit den Kindern zu verbringen, was allerdings nicht immer so einfach war, da die Kinder zum einen von 8 bis 17 Uhr in der Schule waren und zum anderen jede Menge Aufgaben im Hostel übernehmen mussten. In der verbleibenden Zeit habe ich mit den Kindern verschiedene Spiele gemacht oder in kleineren Gruppen Englisch geübt. Während die Kinder in der Schule waren habe ich mich entweder im Hostel etwas nützlich gemacht oder habe verschiedenen Institutionen in Kagadi besucht (z.B. das Krankenhaus oder verschiedene Schulen).

Von den vielen verschiedenen Eindrücken, die ich von Kagadi mit nach Hause genommen habe, ist mir vor allem die enorme Begeisterungsfähigkeit der Kinder im Gedächtnis geblieben. Sie freuen sich über jede Kleinigkeit und jede Zuwendung, auch wenn es nur etwas Aufmerksamkeit oder ein Lächeln ist. Beeindruckend finde ich auch die unerschütterbare Fröhlichkeit der Kinder. Obwohl jedes dieser Kinder schon viele schlechte Erfahrungen gemacht hat und Schicksalsschläge hinnehmen musste und das Leben in Uganda nicht immer einfach ist, strahlen sie eine enorme Lebensfreude aus.

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Seit meiner Rückkehr aus Kagadi vor einem Jahr hat sich vieles im Hostel getan. In der Küche wurde die bisher zum Kochen genutzte Feuerstelle durch einen Herd ersetzt, der das Kochen für die beiden Köchinnen enorm erleichtert und außerdem die benötigte Holzmenge reduziert, der Bestand an Hühnern wurde vergrößert, was den Verkauf von Eiern auf dem lokalen Markt ermöglicht, und zuvor noch brach gelegene Felder wurden mittlerweile bepflanzt. Weiterhin befindet sich eine Lehrwerkstatt im Aufbau, um einigen Kindern größere Perspektiven für spätere Arbeit zu ermöglichen.

Dieser Fortschritt ist zum einen dem unermüdlichen Einsatz von Bernhard Kalt zu verdanken, der mehrmals im Jahr nach Kagadi reist um dort die Arbeit im Projekt voranzutreiben, und zum anderen natürlich der Unterstützung des Projektes durch Mitglieder des Vereins und großzügiger Spender. Auch das Gymnasium Bammental hat in diesem Jahr wieder verschiedene Anlässe genutzt um Spenden für das Projekt zu sammeln und um auf das Projekt aufmerksam zu machen. So wurde z.B. der Erlös des Weihnachtskonzerts dem Projekt gespendet, bei der Vorstellung der Schule für die zukünftigen 5.-Klässler wurden Stellwände aufgestellt, die über das Projekt informierten und der Freundeskreis veranstaltete einen Diaabend zugunsten des Projekts.

Ganz herzlichen Dank an alle Beteiligten!

Tanja Frietsch