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2. Brief unseres Vorsitzenden aus Kagadi:

Schaukel und Volleyballspielfeld gebaut – Wäscheleinen – Garderobeleisten

„Aufgrund des Rundgangs im Hostel mit dem Pfarrer fertigen wir eine lange Mängelliste. Natürlich wird das wieder neue Investitionen nach sich ziehen. Aber es widerstrebt mir, dem fortschreitenden Zerfall von Gebäuden und Einrichtungen tatenlos zuzusehen. Die Liste wer-den wir im Vorstand demnächst abarbeiten.“

Zunächst legen wir vor Ort selbst Hand an, indem wir zusammen mit ein paar Jungs den ersten leeren Tank reinigen. Die Boys waren zuerst nicht so sehr von der Notwendigkeit überzeugt, doch allmählich sehen sie ein, dass man die restliche Dreckbrühe am Tankboden weder abkochen noch trinken kann. Parallel beseitigen unsere Volunteers Nina und Viki mit den Kindern Schotterhaufen (Bau der Dormitory vor 1,5 Jahren) und einen Haufen Sand vom Zaunbau. Mit allen möglichen Behältnissen und mit dem neu gekauften Schubkarren wird Schotter und Sand eingesammelt und zum neuen Lagerplatz gebracht. Wir unterbrechen wegen des Mittagessens. Die Kinder arbeiten danach ohne weitere Aufforderung weiter. Als Belohnung erhält jeder eine Stofftragetasche vom Ing.Büro Martin. Am nächsten Tag wird ein weiterer leerer Tank gereinigt und der "workshop" von Gerümpel befreit.

Den Elektriker beauftragen wir, im Workshop Leitungen zur Solaranlage zu verlegen, um auch in den Abendstunden eine ausreichende Beleuchtung zu haben. Mit einer abenteuerlichen Leiter krabbelt der Mann die Wände hoch. Überhaupt müssen wir auch für die Tankreinigung und die Anbringung der Filter mit selbstgebastelten Leitern Vorlieb nehmen - Unfallverhütungsvorschriften gibt es wohl nicht in Uganda. Nach der Kleiderwäsche legen die Kinder - mangels Wäscheleinen - ihre Wäsche auf den Rasen zum Trocknen; die Hühner und die Kuh nehmen darauf keine Rücksicht. Wir kaufen die "beste" Wäsche-leine beim Fachmann in Kagadi und spannen diese Leine vom Betonkreuz zum Holzmasten der Elektroleitung. Am nächsten Tag macht uns der Elektriker klar, dass an diesem Holzpfosten keine Leine befestigt werden darf. Und der Pfarrer möchte auch nicht haben, dass das Kreuz zum Wäschetrocknen missbraucht wird. Also bauen wir alles wieder ab und bestellen beim Schmied einen Stahlpfosten und betonieren ihn ein. Die Leinen spannen wir vom Schlafsaal zum Pfosten. Nachdem alle Leinen vollgehängt sind, werden die diese schlaff und die nasse Wäsche berührt den Boden, weshalb wir abstützen müssen. Leider müssen wir erkennen, dass die neu gekaufte Plastikleine sich unter der heißen Sonne zu stark ausdehnt. Deshalb ersetzen wir die Leine durch Draht und das Problem scheint gelöst. Leider nein, denn nun biegt sich der eiserne Pfosten, den der Schmied nicht gut geschweißt hat; der Pfosten muss eine Stütze erhalten. Aber jetzt funktioniert's. Die Kleider liegen nun nicht mehr auf dem Boden oder hängen am Stacheldrahtzaun.

In den Zimmern der Kinder stellen wir fest, dass keine Schränke oder Kleiderhaken vorhanden sind und viele Kleider deshalb auf dem Boden liegen. Beim Schreiner bestellen wir deshalb jede Menge Garderobeleisten mit Holzhaken. Zur Befestigung derselben an den Wänden kaufe ich Schrauben und Dübel und miete eine Bohrmaschine. Leider kann der Schreiner nicht produzieren, weil der Strom zwei Tage ausfällt. Ich muss die gemietete Bohrmaschine deshalb wieder zurückgeben.

Stattdessen fertigen wir einen Schaukelsitz und kaufen ein Seil, um den Sitz an einem starken Ast zu befestigen. In der Zwischenzeit haben sich fast alle Kinder eingefunden; es bildet sich eine lange Schlange, jeder darf zehnmal schaukeln. Manche Kinder schaukeln das erste Mal in ihrem Leben, entsprechend verängstigt schauen manche. Das Geschrei ist groß, stundenlang wird geschaukelt. Zu beobachten ist, dass es kein Kind schafft, sich selbst in Bewegung zu halten, das müssen andere tun. Aber irgendwann werden sie es schon noch lernen.

Da der Schreiner immer noch nicht liefern konnte, beginnen wir mit der Anlage eines Volleyballspiel-feldes. Dazu brauchen wir zwei Pfosten für das Netz. Ein paar starke Jungs krabbeln ohne Hilfsmittel auf einen Baum und schlagen mit dem Haumesser zwei dicke Äste ab. Die sind zwar nicht ganz gerade, aber wir betonieren sie ein. Zwei Tage muss der Beton "ziehen", dann können wir ein Netz befestigen. Wir haben einen Volleyball gekauft und das erste Spiel beginnt unter großer Beteiligung. Leider ist das verwendete Badmintonnetz dem harten Spiel nicht gewachsen. Wir kaufen ein richtiges Netz.

Fortsetzung folgt.

Friedbert Kaiser, 1. Vorsitzender